Umbau Denix Brown Bess


Da ich nicht nur eine zivile Rokoko Montur habe, sondern nun auch eine Continental Army Uniform brauchte ich auch eine entsprechend militärische Muskete. Wogegen die Kentucky noch ein Kindergeburtstag war, was die Umbauarbeit angeht, war die Bess schon ein neuer Level. Zunächst mussten die wichtigsten Umbauten am Schloss vollzogen, nämlich die Pfanne + Deckel entsprechend aufgebohrt werden, um einen Piston zu haben, damit die Bess mit  Faschingsmuniton überhaupt knallt. Zusätzlich habe ich aber auch eines der Zahnräder innen abgeschliffen, sodass der Hahn nicht 3 sondern 2 Rasten hat (Lade- und Schussrast).
Schon etwas anspruchsvoller waren die Modifikationen für das Bajonett. Zunächst habe ich etwas Sekundenkleber in die Tülle gekippt damit es nach dem Aushärten schön stramm am Lauf sitzt. Dann wurde der S-förmige Schlitz erweitert. Durch diesen Schlitz wird später das Korn geführt und sorgt somit für einen festen Sitz am Lauf. Diese Arbeit war ebenfalls relativ einfach, das Korn auf den Lauf zu bekommen war schon etwas schwerer, denn kleben wäre zu schwach. Also habe ich ein Korn aus einem 4-Kantprofil geschnitten. Eine entsprechende Kerbe wurde dann in den Lauf gefeilt. Wichtig war hierbei, dass die Kerbe exakt so groß ist wie das Korn, damit es später nicht wackelt. Das Korn hat an beiden Enden eine leichte T-Form. Dadurch kann es von innen durch die Laufkerbe gedrückt nicht herausfallen. Als Gegenstück habe ich ein 0,5mm Reststück Blech gebogen, sodass es den Innendurchmesser des Laufes hatte und ihn in diesen geschoben, bis es unter dem Korn war. Nur konnte ich alles einfach mit jeder Menge Sekundenkleber in Position fixieren.
Ein weiterer einfacher Punkt waren die Metallbügel für den Schulterriemen (dieser ist aus geweißtem Buffleder). Die Bügel sin aus einfachem 3mm Draht gebogen. An der Muskete mussten hierfür lediglich 2 Löcher gebohrt werden.
Der letzte und mit Abstand aufwendigste Punkt war der Ladestock. Bei der Bess besteht dieser aus 2 gegossenen Teilen. Daher entfernte ich zuerst die Stücke die den Ladestock darstellen sollten. Übrig blieben 3 Teile: Die Verdickung am Ende des Ladestocks und 2 Spangen, die den Stock in Position hielten. Hierbei war vor allem das Entkernen der Spangen eine Heidenarbeit. Am Ende hatte ich aber dann zwei Stücke die wie ein halbes Rohr geformt waren und welche nur noch in Position geklebt wurden (mittels einem echt fies starken 2-Komponentenkleber). Der Ladestock ist in 6mm Rundprofil auf welches der vorgebohrte Knubbel aufgeklebt wurde.
Alles in allem sehr viel Arbeit, aber ich denke es hat sich durchaus geloht und auch wenn die Arbeit bei manchen Stellen sehr frustierend war, nbin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Eine abschließende Bemerkung noch zur Qualität. Die Bess ist offenbar ein älteres Modell als die Kentucky, da bei letzerer eeinige Details wesentlich besser konstruiert und verarbeitet wurden. Ich habe allerdings gehört, dass die Qualität bei Denix stark varriiert. Insgesamt darf man aber für 120€ für die Bess und 100€ für die Kentucky (Preise von Sportwaffen Schneider) nicht allzu viel erwarten. Es sind jedoch beides sehr schöne Waffen mit einer beeindruckenden Länge von 1,50m. Die Bess fällt dabei wesentlich massiver, dicker und somit schwerer aus, eine richtige Militärwaffe eben.

Kommentare

  1. Hey, bedeutet aber, der Ladestock ist nicht für die volle Länge des Laufes gedacht oder hast du noch tiefer in den Holzschaft gebohrt?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Lauf geht nicht so tief, weil der aus 2 Teilen besteht und nur der vordere ist hohl, wenn ich's grad richtig im Kopf hab. Ich glaub aber, dass ich noch tiefer gebohrt hab. Kanns heute aber nicht mehr wirklich sagen,

      Löschen

Kommentar veröffentlichen